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Die ersten Jahre
Zur Geschichte der Fachschule für Mode

Nach dem 2. Weltkrieg hatte sich Düsseldorf unaufhaltsam an die Spitze der Modestädte geschoben. Die Düsseldorfer Eleganz war zum geflügelten Wort in Westdeutschland geworden. Um den Begriff "Modestadt des Westen" zu vervollkommnen, suchte und fand Düsseldorf mit dem Ehepaar Trust-Krischer hervorragende Initiatoren für die Gründung einer Modeschule.

Auf privaten Grundlagen und mit einem städtischen Zuschuss von 20.000 DM wurde die "Hirschburg" in Grafenberg am 1. April 1951 zur Heimat der zukünftigen Modeschöpfer. Von 300 Bewerberinnen aus allen Teilen Deutschlands und dem Ausland wurden für das erste Sommersemester 45 Mädchen ausgewählt.

Zu den Aufnahmebedingungen äußerte sich Frau Trust-Krischer einmal so:

"Wer nicht schon von zu Hause eine gute Portion jenes natürlichen Kunstempfindens mitbringt, das man schlicht als Talent bezeichnet, hat keine Aussichten". Die Mode-schule erteile nicht die Grundausbildung, sondern den "Schliff".

Akt und Naturzeichnen, Modeberatung, Kostüm- und Kulturgeschichte, Modellgestaltung, Ornamentgeschichte, Form und Farbenlehre, Betriebs- und Wirtschaftskunde… standen auf dem Lehrplan; aus all dem kristallisierte sich jenes unbeschreibliche Etwas, der eigene Düsseldorfer Stil, heraus. Das zu entrichtende Schulgeld betrug monatlich 50,-DM plus 15,-DM Modellgeld.

So war es dann auch ein bemerkenswertes Ereignis, als am 15.09.1951 im Malkasten die ersten Modeschöpfungen der neuen Düsseldorfer Modeschule vorgeführt wurden. Die Bedeutung dieser Modepremiere wurde unterstrichen durch die Anwesenheit vieler Vertreter der Behörden, der Textilindustrie und des Einzelhandels. 65 Modelle hatten den kritischen Augen des Publikums standzuhalten. Gezeigt wurde nicht nur ungewöhnliche Abendmode sondern auch interessante Alltagskleidung.

Die Schule gewann Ansehen und somit kamen auch viele Anfragen für spezielle Aufträge; z.B.:
 

 

 

 

Am 23.02.52 waren die Modeschüler sehr stolz, auf die entworfenen und gearbeiteten Kostüme für das Olympia- Eislaufpaar. Auch für eine riesige Revue (das Palladium) bekam die Schule den Auftrag, die Künstler einzukleiden.

Mehrfach gewannen Schüler den ersten Preis bei dem von der Firma Bayer ausgeschriebenen Wettbewerb um die Goldene Schere, an dem sich nicht nur deutsche, sondern auch Modeschulen aus der Schweiz, den Niederlanden, Österreich und Belgien beteiligten, z.B. für ein "duftiges Tanzkleid" (1956), das beste Sportensemble (1957) oder das beste Tanzkleid (1958).

1969 nimmt die Modeschule erfolgreich an dem Modewettbewerb der Zeitschrift "Für Sie" teil und gewinnt den internationalen Modepreis. Die Zeitschrift nimmt dies zum Anlass, eine mehrteilige Serie über die Modeschule Düsseldorf und deren Schülerinnen zu veröffentlichen.

1970 Umzug in das Schloss Eller. Anlässlich des 20-jährigen Bestehens übergibt die Stadt Düsseldorf der Modeschule die eigens für diese Zwecke renovierten Räumlichkeiten, die den künftigen Modeschöpfern eine einzigartige, die Kreativität und Fantasie anregende Umgebung bieten.

1971 erregen die "Modischen Kurzgeschichten" Aufsehen. Hierbei handelt es sich um Entwürfe der Modeschülerinnen, die durch ihre sehr kurzen Hosenauffallen. Nachdem der Mini vom Midi abgelöst wurde, der sich nur ein Jahr lang halten konnte, bestechen jetzt die Hot Pants.

1972 Erfolgreiche Teilnahme am SAGA-Entwurfswettbewerb mit interessanten Kreationen mit Pelzbesätzen.

1976 "Modeschule 25 Jahre jung geblieben". Die exklusive Modenschau anlässlich des 25-jährigen Jubiläums im Prinzensaal wird von Lore Lorentz (Düsseldorfer Ko(m)mödchen) moderiert. Sie eröffnet die Schau mit einem Zitat von Hebbel: "Die Mode läuft so lange geradeaus, bis sie nicht mehr weiter kann, dann dreht sie um". Es wird u. a. ein Querschnitt durch die Mode seit 1951 aus dem Archiv der Schule gezeigt.

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